Schlagwort-Archive: 100°Festival

Liebe im Viereck

Der Beziehungsberater über Matchingzahlen und Menschenmatrix bei der Partnersuche.

Der Beziehungsberater über Matchingzahlen und Menschenmatrix bei der Partnersuche.

Was sind das für Zeiten, in denen Partnerschaften mit Matching-Point-Zahlen ermittelt werden und Beziehungsberater als Anlageberater daherkommen? Wissen wir überhaupt, was Liebe ist und wie sie funktioniert?

„PRÈSNÉTS PRESENTS“ zeigt in dem Stück „Schwarzmarkt der Gefühle“, dass die Liebe aus Illusionen besteht. Illusionen, die seit Ewigkeiten vorgebetet und weitergegeben werden. Vier Menschen: Ein Pärchen Mitte 30, die Affäre des Mannes und ein quirliger Berater mit Stecktuch im Sakko, der nicht müde wird, die Chancen der Beziehungsoptimierung zu betonen, die Schmetterlinge im Bauch aber lieber beim Fallschirmspringen sucht.

Sie diskutieren verschiedene Ansichten und verfangen sich in einem Gewirr aus Beziehungstheorien. Bourgeoisie-Kritik mit Slap-Stick-Elementen. (jw)

 

PRÈSNÉTS PRESENTS:  Schwarzmarkt der Gefühle

 

 

Melancholische Kunstkritik

Christine Hasler aka Lia sells fish. Foto: Stefanie Daumüller

Christine Hasler aka Lia sells fish. Foto: Stefanie Daumüller

Christine Hasler aka Lia sells fish ist irgendwie alles.  Storyteller/Singer-Songwriter/Performerin/Musikerin/Avantgardistin. Die junge blonde Frau im roten Samtkleid sitzt auf der Bühne und erzählt aus ihrem Leben. Wo sie wann geboren wurde, was sie studiert und was sie so macht. Sie ist Künstlerin. Aber was ist denn jetzt Kunst? Sie liefert einen Monolog zwischen Manifest, Autobiografie und Werbetext. Sie erzählt von Lia, der sensiblen Rampensau und von Christine, die ständig an allem  - vor allem an sich selbst -  zweifelt und Wikipediaartikel zitiert. Während sie erzählt, dreht sie an den Knöpfen der Soundanlage und ihr Monolog gleitet unauffällig in einen Song. Ihre Stimme klingt zart und rau zugleich. Mal melancholisch, mal humorvoll. Das Publikum schließt die Augen, lauscht und hätte ruhig noch mehr Lieder vertragen. (jw)

 

Christine Hasler Lia sells fish

Irgendwann in Stettin…oder: Das war die Preisverleihung des 100° Festival 2012

Bunt, ausgefallen, abgefahren, pretenziös, kapriziös: Schön war’s, ein wahrer Rausch. Nach vier Tagen Theatermarathon und Joggingeinlagen zwischen den HAUs haben sich die Überlebenden (von seitens der Redaktion nur noch 2, der Rest lag  scheintot im oder neben dem Bett…) in den Sophiensaelen versammelt, um dort die Crème de la Crème zu küren.

Es war sicher nicht leicht für die 10-köpfige Jury eine Entscheidung zu treffen, denn nach welchen Kriterien kann man so vielschichtige Darbietungen erfassen? Wir gehen davon aus, dass fast alles in den letzten Tagen Gezeigte wirklich ziemlich großartig geraten ist. Jedoch sind Formen und Inhalte so dermaßen unterschiedlich, dass es schwer fällt, Vergleiche anzustellen. Was die Jury dann also wahrscheinlich (ver)suchte, war die besten Vertreter aus den verschiedenen Kategorien zu bedenken.

Und das ist dann auch die andere Seite des Festivals: Trotz vier Tagen Chaos, Overload, Trashtalk und Albernheit werden die Produktionen auf der Plattform des 100Grad ernst genommen, und von der Jury mit hohen, manchmal etwas kryptisch-komplex geratenen Begründungen versehen und gekürt.

  

© Arne Schmitt

Vanessa Stern und René Michaelsen, ihr Adlatus und Korrektiv, moderierten durch den Abend samt Federboa und Trompete. Es wurde gewitzelt, gefrotzelt und darüber viel gelacht, und ein völlig relevanter Streuselkuchen- und Suppenspiegel in Diagrammform präsentiert (welches 2013 als ein schlechtes Jahr für allerlei Flüssigspeisen prophezeit). Nebst der traditionellen Flasche held-Vodka und selbstgeschmierten Butterstullen bekam man auch einen Saunagutschein ausgehändigt. Und dank der launigen Moderatorin sind die Gewinner nun auch darauf vorbereitet, horrende Preise für Ofenkartoffeln zu zahlen.

Hier nun die Preisträger:

Für das HAU:

-        Florentina Holzinger and Vincent Riebeek – Spirit

© Arne Schmitt

-        Musiktheater bruit! – Es glaubt es rauscht

© Arne Schmitt

-        Anna Nowicka – Fire burning in your hair

Sophiensaele:

-        Johanna Castell – Analog Avatar

-        Leyla Postalcioglu – roof

© Arne Schmitt

Publikumspreis:

HAU:

-        Sybille Polster, Dylan Nicole Bandy – Strangers in a Song – Oper auf Bestellung, am Telefon, live und jetzt

© Arne Schmitt

Sophiensaele:

-        Anne Schneider – SCHWESTERHERZ

© Arne Schmitt

Herzlichen Glückwunsch von der 100Wort-Redaktion!

Und weil einem so warm ums Herz wird, jetzt beim Rückblicken auf die freudigen Gesichter, möchten wir uns an dieser Stelle bei denjenigen bedanken, die alles möglich gemacht haben:

Den Technikern und dem Personal der Häuser, den Praktikanten, Caro, Juliane, den Mitternachtssprechern, Gott, Matze Lilienthal, den Shuttle-Fahrern, unserem Manager, den Barteams, unseren Müttern, dem Catering, den DJs und Bands und natürlich dem Publikum!

Damit möchten wir verbleiben, euch und uns und vor allem unseren Nachfolgern alles Gute wünschen und rufen: Bis zum nächsten Jahr!

Eure 100Wort-Redaktion

100 Handgriffe

Die letzten Vorbereitungen werden getroffen. Es rattert und knattert, scheppert und deppert. Die Essensmarken und Pässe werden für die Teams eingetütet.

Zu guter Letzt:  Ein kleiner akkustischer Einblick.

100 Sekunden Büroatmo aus dem HAU