„Die Geschichte, die man in Käppkkra sieht, ist die richtige“

Die 32-jährige Anna Peschke geht beim 100° mit einer Performance an den Start, die sich das Thema Angst habhaft macht.

Käppkkra ist das kleine Universum, in dem Anna Peschke Ängsten begegnet. Sie möchte eine Projektionsfläche schaffen, auf die das Publikum eigene Ängste und Sehnsüchte übertragen kann. Jeder soll in ihrer Performance etwas anderes sehen. „Die Geschichte, die man sieht, ist die richtige“, betont sie.

Dabei verbindet ihre Performance Bildende und Szenische Kunst:

Aus einer Sammlung von Gegenständen, die sie auf Flohmärkten, dem Sperrmüll und im Fundus ihrer eigenen Küche fand, fertigte Anna liebevoll kleine „Angstmaschinen“, eine Art Medium für undarstellbare Ängste. So symbolisiert eine Puppe, die aus einem Kabelknäuel besteht, angelehnt an die Haarknäuel, die man in Waschmaschinen findet, die Angst davor, sich allmählich in seine eigenen Bestandteile aufzulösen und verloren zu gehen. Abstrakte Ängste werden bezwungen, indem man ihnen Körper verleiht.

Ihre Figur erfindet Spielregeln und Rituale, um sich ihre Ängste, Sehnsüchte und Obsessionen „be-greifbar“ zu machen. Um mit dem Gefühl umgehen zu können, in der Welt verloren zu sein, „baut man sich Dinge, die einen umarmen.“ Wie die Blase aus Folie, in der Anna in ihrer Performance sitzt. Gegen das Gefühl, in einer zu großen Welt verloren zu sein, hilft es, „die Welt zu verkleinern“, indem man sie nur bis zur Folienwand gehen lässt.

2009 hat Anna in Gießen ihr Studium der angewandten Theaterwissenschaft mit der Diplominszenierung „Käppkkra“ abgeschlossen, seitdem arbeitet sie an den Schnittstellen von Performance, Installation, Figurentheater, Literatur und bildender Kunst in Europa und China. Zurzeit lebt sie in ihrem Koffer.

Wir dürfen uns auf „Käppkkra“ freuen, am Freitag, den 25.02.2011, um 19.00 Uhr im HAU 2, auf der großen Bühne.

mfh

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