Brinkmanns Performance

Dieser Rolf-Dieter Brinkmann, mit dem das Stück „jetzt, jetzt und jetzt“ arbeitet, war einer der schlechtest gelaunten Autoren der jüngeren Literaturgeschichte, ein chronisch Angepisster, ein notorischer Nörgler, ein brillianter Motzer. Man sagt: der Vorläufer der Popliteratur. Außerdem einer, der seine Literatur selbst performt hat, auf Tonband, im Laufen, direkt eingesprochen, unmittelbar mitgeschnitten.

Ein literarischen Stoff also, der sich inhaltlich wie formal ausgezeichnet eignet, in eine Video-Audio-Tanz-Performance umgesetzt zu werden, die thematisch um untragbare Körperverhältnisse in urbanen Kulissen kreist. Ganz popliterarisch wird hier montiert und geremixt, die schnellen Schnitt- und Blickwechsel in Bewegung umgesetzt. Man schaut auch gerne zu, versteht, was mit den Vorgängen auf der Bühne gemeint ist. Nur ist der x-Mal wiederholte Loop ist nach 40 Minuten doch zu gut gemeint. Dann taucht unweigerlich die Frage auf, was Brinkmanns Vorlage jetzt gerade noch hinzugefügt werden soll. (mak)

Tool-Group: jetzt, jetzt und jetzt – R.D. Brinkmann

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