Entropie und Dichtung

Diese Inszenierung braucht kein Bühnenbild. Getragen und getrieben vom Vollspektrum elektronischer Musik, füllen die Performer den Raum allein mit ihrem Menschsein, ihrer Körperlichkeit. Es geht um nationale Identität und politischen Protest. Sie fühlen sich aus der Welt gemauert, rennen gegen Wände an. Die Grenzen zwischen staatsväterlicher Fürsorge und Unterdrückung loten sie mühelos und vehement im Paartanz mit geschlossenen Augen aus. Führung als zärtliche Hilfestellung, sich steigernd in gewaltsame Unterdrückung. Körperbewegungen und Gesten drücken aus, was nicht mehr gesagt werden muss. Umso überflüssiger wirken zusätzliche Ausdrucksmittel. Die mündliche Ausformulierung von kritikwürdigen stereotypen Denkweisen wirkt wie ein Eingeständnis ihrer Unüberwindbarkeit. Entgegen seines verheißungsvollen Namens, schafft es Theatre ENTROPIA nicht, die Informationsdichte unseres Zeichensystems über ihre Körperlichkeit hinaus zu erweitern. (re)

Foto: Renate Baricz

 

Theatre ENTROPIA: DE-FENCES

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