Ich geh‘ dann mal

Zwei Dinge, auf die ich mich gefreut habe: Zerstreuung und Ausgelassenheit nach vier Tagen Rezeptionsmarathon und nächtelanger Büroarbeit bis zum Morgengrauen. Zwei Dinge wurden versprochen: Musik und Alkohol. Ein kollektives „Och“ der Enttäuschung geht durch die Reihen, als konzeptionelle Änderungen angekündigt werden: kein Alkohol, kein Piano, trotzdem „Viel Vergnügen!“. Was bleibt: ein Cellist, mit dem Rücken zum Publikum abgestellt in einer Ecke des Raumes. Immerhin liegt auf der beleuchteten Zuschauertribüne etwas zum Lesen aus: stapelweise Theaterbeilagen einer Berliner Tageszeitung (ein perfider Werbegag?), außerdem Transparentpapierbögen mit Bleistiftskizzen und handschriftlichen Notizen zur Performance. Ich filtere dort den Begriff „Ratlosigkeitsgeneration“ heraus. Nach einer halben Stunde gebe ich auf und gehe ab. Das war’s. (re)

Foto: Renate Baricz

Augustin Maurs: WRONG

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