100 Worte zu 100°

Festivalleitung, Catering, Technik, Bar, Transport – die wahren Dramen des Festivalmarathons spielen nicht im Rampenlicht. Wir haben die Menschen hinter den Kulissen gefragt, was das 100° Festival für sie persönlich bedeutet.

Festivalleitung | Elise auf der Hintertreppe

Für mich ist 100° gerade ein bisschen so, als würde ich die Rückseite des Festivals besuchen. Zum einen, weil ich die Hintereingänge benutze, zum anderen, weil ich die Produktionen nicht sehen kann und das Festival für mich deshalb zwischen den Stücken passiert. 100° ist für mich vor allem auch das Technikteam, das rund um im Einsatz ist und trotzdem immer entspannt und gut gelaunt. Schön ist auch zu sehen, wie gelöst und fröhlich die Theater-Teams nach ihren Auftritten sind und wie sie sich auf den Partys feiern. Ich hoffe nur wirklich, das keiner der Künstler das Gefühl hat, untergegangen zu sein in diesem ganzen Gewusel, wo man die Leute einfach ein bisschen durchschleusen muss.

 

Catering | Locke im Imbiss-Wagon

Es müssen ja keine 100° draußen sein, aber diese Schweinekälte ist auch nicht so wirklich mein Ding. Könnte schon auch im Sommer statt finden, das Festival. Naja, wenigstens wärmt das Fritierfett ein bisschen, wobei das nächste Mal mache ich mehr Fleisch, das essen hier ja fast alle und dann kann ich auch noch nen wenig mehr brutzeln. Aber insgesamt macht es schon Spaß hier, die Leute sind halt einfach auch interessant und genügend Raucher und Hungrige stehen hier auch immer rum, so dass ich hier nicht alleine bin und was mitbekomme. Ansonsten: keine Pannen, lief alles wie geplant.

 

Technik | Walter aus dem Virchowsaal

Also ich bin inklusive Auf- und Abbau eine Woche lang 24/7 mit dem 100° beschäftigt. Trotzdem: eigentlich isses eher arschkalt als richtig heiß. Dieses Jahr haben wir auch einfach nicht viel Stress, das hab ich so noch nicht erlebt in den letzten sieben Jahren 100°. Ich weiß nicht, woran das liegt, aber dieses Jahr ist das entspannteste Festival. Die Gruppen sind einfach gut vorbereitet und wissen, was sie wollen. Der technische Aufwand selbst ist aber über die letzten Jahre eigentlich gleich geblieben. Manche brauchen nur Arbeitslicht, andere 5 Viedeobeamer, 700 Lichtströmungen und 30 CD-Einspielungen. Super ist, dass ich immer auch was von den Stücken mitbekomme. Ich glaub mein diesjähriger Favorit ist das Stück von Jack Woodhead & Summer Banks.

 

Bar | Nora & Artemiy übers Tresen

100° sind Augenringe, 100° sind totale Erschöpfung, vier Tage wach. 100° sind nette Menschen, die wissen wie man Karaoke singt und für gute Stimmung sorgen, nicht nur, wenn wir sie zu einer Ufo-Party auffordern, bei der sie Freigetränke bekommen, wenn sie sich dementsprechend stylen, um dann blau angemalt mit Gehirnen im Haar und Eidechsenkönigen vor uns zu stehen und am ganzen Körper glitzern. Ansonsten sind 100° die Stücke, die wir uns vor Schichtbeginn anschauen können und zwischendurch in unseren Pausen. Und 100° sind 100 Stunden Schlaf am Montag, wenn alles vorbei und wir frei haben.

 

Transport | Heiko im Shuttle-Taxi

Also ich bin nur heute schon 30 Mal zwischen sophiensälen und HAU hin und her gegondelt; von der Hörspielen kann ich inzwischen mindestens 1-4 mitsprechen. Aber das ist auch interessant. Ich hab zum Beispiel gelernt, dass Hildesheim und Gießen universitäre Theaterhochburgen sind, wusst ich vorher nicht. Also die Leute reden schon viel übers Theater, darüber, welche Stücke sie gesehen haben. Gestern hatte ich zum Beispiel einen, der son richtiger Theater-Jet-Setter war, der war in Wien im Burgtheater, heute hier und morgen isser schon wieder in Gießen. Also die Leute liegen mir, die sind locker und entspannt und später auch ein bisschen angetrunken. Und bei der Abschiedsparty morgen werden´s bestimmt 100°, heute sind´s noch so 90.

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