Kriegsspiele

Maschinengewehrsalvengeräusche. So laut, so unwirklich wie in einem schlechten Actionfilm oder Computerspiel. Das Ziel: Ein Mensch, durch die Linse nur als roter Punkt erkennbar. Letzte Überlegungen vor dem Auslösen: Was die Kinder am Zielort machen? Dann der Befehl: „Schießen.“ Das Gehirn setzt aus: „Okay: Roger.“ Die 11-minütige synästhetische Performance Fire and forget, die sich damit beschäftigt, ob es leichter fällt, eine Waffe auf andere zu richten, wenn diese nur noch als abstrakte Ziele wahrnehmbar sind, schafft es durch das gekonnte, ferngesteuert, beinahe entkörperlicht wirkende Bewegungsrepertoire der rot gekleideten, gender-und herkunftslos geschminkten Performerin und einem Clash aus klassischer Musik und Computerspielkampfgeräuschen einen surrealen Totentanzzustand hinauf zu beschwören, in dem Alltagsmomente im Ausnahmezustand Krieg plastisch sinnliche Formen annehmen. (ell)

Verena Wilhelm, Christian Weiß: Fire and Forget – Beta-Version

Eine Versuchsanordnung von: V. Wilhelm und C. Weiß, Klangbild: Peter M. Glantz

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