Songs statt Sex

© Christopher Rohde

Rotes Licht, ein opulenter Sessel und ein Telefon. Daneben auf einem Taschentuch der Hinweis: „Call me! 8426“ – verziert mit einem Kussmund. Ich tippe 8-4-2-6 und am anderen Ende ertönt eine angenehm tiefe Frauenstimme. „Was möchtest du?“, haucht sie in den Hörer. Ich habe die Wahl zwischen Jungfrau, bad girl oder Alleskönnerin. Wäre ich ein Mann, würde ich mich jetzt komisch fühlen. Ich nehme Carmen. Sogleich schmettert mir eine Arie ans Ohr. Wie diese Carmen wohl aussieht? Jedenfalls klingt sie ganz anders als die süße Marilyn vom Telefonat vorhin. Impulsiver. Nach einem letzten „Ahhh!“ und einem intensiven Moment der Stille fragt sie: „Möchtest du noch etwas hören?“ (as)

Sibylle Polster / Dylan Nicole Bandy: Strangers in a Song

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