Franziska Werner und 100 Grad

Die künstlerische Leiterin der Sophiensaele über ihre schönsten Erlebnisse

Das 100 Grad ist eigentlich das Festival, auf das sich unser Team immer am meisten freut. Das bringt uns alle irgendwie zusammen: die TechnikerInnen, die Leute vom Büro und der Bar. Wir reden alle viel mehr miteinander. Das ist ja generell beim 100 Grad so: Alle reden mehr miteinander – auch die KünstlerInnen und Gäste untereinander. Manche sitzen auch einfach drei Stunden nur im Foyer rum, ohne sich ein Stück anzuschauen, einfach weil die Stimmung so schön ist. Für uns in der Organisation ist der Hauptaufwand, den ganzen Einlass in den sechs Räumen zu betreuen. Wir haben ja kein festes Einlasspersonal – das sind PraktikantInnen, die uns so großartig aushelfen. Das lief aber nicht immer so koordiniert. Früher gab es beim 100 Grad teilweise Verspätungen von über einer Stunde. Das passiert uns jetzt nicht mehr – trotz der vielen Säle. Übrigens überrascht mich beim 100 Grad immer, dass die Gewinner häufig aus den kleinsten Sälen kommen. Viele Sachen sind intensiver und dadurch besser, wenn die nur in einem kleinen Raum sind. Aber ich glaube, meistens gibt es einfach immer bessere kleine Arbeiten, als große. Als Gast fand ich zum Beispiel den Saunamann besonders toll. Der hatte so einen alten Bauwagen als Sauna gehabt. Mit dem Ding war er dann so fünf Jahre lang unterwegs und ich hab ihn dann hier im Hof der Sophiensaele das erste Mal gesehen – da kamen mir plötzlich alle im Bademantel und Schlappen entgegen. Das hat dann gleich so was Familiäres – das ist das Schöne an 100 Grad in den Sophiensaelen. (kat)

 

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