Sterbeparty zu Elektromusik

Wahrscheinlich hat man als philosophierender, verzweifelter Adoleszent schonmal einen Werther-Moment gehabt und sich seinen Selbstmord in plastischer Detailvielfalt ausgemalt. Die Thematik des Freitods und der aktiven Sterbehilfe behandelt der Jung-Regisseur, indem er sich mit dem Innenleben derer auseinandersetzt, die in einem solchen Fall übrig bleiben. Thomas will gehen, bereitet seine Freunde darauf vor. Krisenstimmung und unverarbeitete Vergangenheiten, noch nicht erloschene Gefühle und Spannungen, erotischer und emotionaler Natur, entfalten sich je näher der geplante Deathday des Protagonisten rückt. Bis auf den „Wir machen jetzt eine Pause-Moment“, bei dem die Schauspieler meinen, ihnen ginge es nur um den Publikumspreis, ist es eine schöne Bestandsaufnahme zwischenmenschlicher Beziehungen inmitten eines knallbunten Ballonmeeres. (ail)

Marcel Heuperman: FRAU HEGNAUER KOMMT

Advertisements