„Das Festival ist ziemlich einmalig“ – Interview mit Christiane Kretschmer

Christiane Kretschmer Portrait_100grad

Christiane Kretschmer ist seit 2009 bei den Sophiensälen. Nachdem sie zuerst die Presse-und Öffentlichkeitsarbeit gemacht hat, ist sie 2011 in die Dramaturgie gewechselt und hat die Assistenz für die künstlerische Leitung übernommen. Das 100 Grad macht sie nun zum fünften Mal mit – angefangen hat sie dort in der Jury als studierte Theaterwissenschaftlerin.

Mittlerweile bist du hinter die Kulissen des Festivals gewechselt. Wie sieht deine Arbeit konkret aus? Vor allem schaue ich mir während des Festivals alle Stücke an, weil es für uns einfach eine super Chance ist, jemand neues kennenzulernen. Vielleicht ergeben sich dann daraus spannende Zusammenarbeiten, denn es passiert ja durchaus, dass man hier jemanden entdeckt und Lust hat, was gemeinsam zu machen.

Was hat das Festival für dich in den letzten fünf Jahren so besonders gemacht? Das Festival ist ziemlich einmalig – auch wenn es ein kleines Chaos ist. Viele Zuschauer sind anfangs etwas überfordert und stolpern in die Aufführungen rein. Aber das macht es auch so spannend. Es ist für jeden etwas dabei und man kann eine Menge spannender Leute treffen, zum Beispiel abends auf den Partys.

Welche schönen Erinnerungen hast du an das Festival? Es gibt schon ein paar 100 Grad Pärchen. Eine unserer Schauspielerinnen hat ihren Freund hier beispielsweise kennengelernt. Was wir auch lange Zeit hatten war eine Gästewohnung hier am Hof, in der tolle Performances stattgefunden haben. Von Kochperformances bis zu Beatrice Fleischlin, die in Ten Ways To Undress Myself zehn verschiedene Strip-Nummern hingelegt hat. Das sind schöne Nummern, die ungewöhnlich sind und nebenbei laufen. Und da viele solcher Aktionen in kleinen Räumen hier im Haus stattfinden, reizen sie das Publikum mit dem Gefühl, mal hinter die Kulissen schauen zu können.

Interview: Henni Kristin Wiedemann

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