Zartgewebte Illusionen

Hier wird geschoben, umgeworfen und gestapelt. Gleich zu Beginn reißt Leonhard Beutelhund die Erwartungen der Zuschau

Leonhard Beutelhunds Gefühlshaushalt ist chaotisch. Seine Wohnung auch.

Leonhard Beutelhunds Gefühlshaushalt ist chaotisch. Seine Wohnung auch.

er ein. Sie blicken auf die Bühne, wo er wohnt. Wo nichts so richtig klappt, wo die Welt an Leonhard vorbeizieht, während er den „Bauchladen der Ich-Möglichkeiten vor sich herschiebt“. Er ist ein Rastloser – getrieben, von Liebeskummer und dem ständigen Vergleich mit anderen. Sein Gefühlshaushalt sieht aus wie seine Wohnung. Die Kontrolle darüber hat er längst verloren. Ein Sturm fegt durch sein Zimmer, ein Laib Brot beschimpft und die Zimmerpflanzen peitschen ihn. Das Stück ist dynamisch, lebt aber vor allem von der bildhaften Sprache: „Und es ist nur die nur Decke zartgewebter Illusionen, die dich abends wärmt“. (jw)

„Das Geräusch von Möbeln die platzen“ ist eine freie Arbeit von „Raumkorrektiv“, ein Kollektiv aus StudentInnen der Studiengänge Puppenspiel der Hochschule für Schauspielkunst Ernst-Busch und Szenisches Schreiben der Universität der Künste.

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