Meditieren oder gähnen?

Unendlichkeit? Auch die Choreographie "Faktor 4" schien niemals zu Ende gehen zu wollen.

Unendlichkeit? Auch die Choreographie „Faktor 4“ schien niemals zu Ende gehen zu wollen.

Wie in Trance wandeln vier Frauen über die Bühne des HAU3. Sie halten ziehharmonikagleich gefaltete Schriftrollen in den Händen, von denen sie immer wieder auch gern gleichzeitig in tragendem, waberndem Duktus vorlesen. „Es ist, wie ich es dir sage, aber es ist in meinen Asanas.“ Die Texte befördern das Publikum geradewegs in eine Meditationssitzung – eine Kunst, mit der die meisten Zuschauer offenbar nicht viel anfangen können. Im besten Fall wird da gegähnt, im schlechteren Fall werden die Plätze klammheimlich geräumt. Und tatsächlich will nicht so ganz einleuchten, warum die Choreographin Janine Schneider die durchgeplante Atemübung 60 Minuten lang auf einem Festival der freien Theaterszene zeigt. An anderer Stelle hätte sie sicher mehr Beachtung gefunden. (ap)

Janine Schneider: Faktor 4

Advertisements