Die Donau in mir

Enis_Paula

Foto: Paula Reissig

Wie Nachrichtensprecher sitzen sie da: Ein Mann und eine Frau, Schulter an Schulter, weiße Hemden, neutraler Blick. Hinter ihnen läuft ein Film, Autofahrt durch Kairo: Plattenbauten, Fassadentrümmer, Ziegenherden auf Häuserdächern. Vielstimmiges Gehechel untermalt das exotische Un-Sight-Seeing. Jauchzen, die getriebene Kakophonie schwillt an wie eine Welle; bricht als Aufschrei in sich zusammen.

Stop, Standbild.

Enis Maci und ihr Gegenspieler verlesen „Reisenotizen“. Ein Paar im Zug von Tschechien nach Ungarn und weiter, an der Donau entlang. Auf der Suche nach dem Kern der Fremde zeichnen Macis Schriftfragmente Verwirrung, Leere und Ratlosigkeit atmosphärisch nach – der Schluss kommt abrupt. (agy)

Enis Maci: Reisenotizen

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