Sinnkrise, ironisch im Abgang

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Foto: Arne Schmitt

Ah, wieder so ein Schauspieler, der die eigene Sinnkrise zum Thema macht: Marcus Staab hält schweigend eine Bambusangel in ein gläsernes Gefäß. Zehn Minuten lang. Ab und zu Fliegensurren aus den Boxen, damit die Anwesenden nicht einschlafen. Warte, doch nicht.

In der U-Bahn schwimmen alle mit der Masse, zwischenmenschliche Anknüpfungspunkte gibt es nicht mehr. Es droht die Selbstauflösung: Wenn das Individuum keine inhärenten Strukturen aufweist, gibt es keine Verbindung zum Wesentlichen. Klagerede eines Perfektionisten, der seiner Selbst überdrüssig ist – und mit einer herrlich dargebotenen, „eventuell möglichen“ Ausgestaltung der Figur Gevatter Tod schlussendlich den ironischen Dreh hinbekommt. Großartiger Abgang! (agy)

Marcus Staab: Being a man oder Der Gedanke aus dem Nichts

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